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Liebe Leserin, lieber Leser,

derzeit bestimmen der Krieg in der Ukraine und die Geflüchteten sehr stark das Gemeindeleben. In der Ökumenischen Friedensandacht am Vorabend des orthodoxen Osterfestes wurden zum Beispiel die Osterbrote gesegnet, wie es Brauch in der ukrainischen Heimat ist.

Ich grüße Sie mit "привіт und hallo". Ich freue mich über die österliche Zeit und halte Ausschau nach Auferstehungszeichen in der Gemeinde und darüber hinaus.

Auch diesmal wurden die KiGo-to-go-Taschen wieder gut angenommen. Es lohnt sich also, die Aktion fortzusetzen. Da die Sommerferien in diesem Jahr recht spät anfangen, wird es Anfang Juli werden, bis die nächsten Materialien wieder am Haus der Kirche abholbereit sind.

Das Projekt „Handtaschen und Rucksäcke für Geflüchtete“ hat erstaunlich viel Resonanz hervorgerufen. Die am Haus der Kirche abgelegten Sachen wurden nach und nach zur Kleiderkammer im Alten Rathaus gebracht.

In diesem Jahr wurde die Osterkerze von Viktoria, einer ukrainischen Frau, in der Osternacht in die Kirche gebracht. Dank geht an die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Esther Thrun, die der Liturgie einen würdigen Rahmen neben den zeitgenössischen Texten gegeben haben. „Feuermeister“ war diesmal Jürgen Dötsch. Ein Kirchencafé-to-go außer der Reihe mit Einbackhasen und Ostereiersuche nach dem Ostersonntagsgottesdienst und der Gottesdienst mit Posaunenchor am Ostermontag machten Ostern in diesem Jahr zu einer runden Sache. Dank an Erika Bargmann, Gisela van Nahl sowie die Posaunisten mit Kantor Ingo Thrun!

Der Krieg nimmt immer monströsere Formen an, und es fällt uns schwer, dass wir nur relativ wenig tun können. Inzwischen sind über 1000 Geflüchtete aus der Ukraine im Rhein-Lahn-Kreis angekommen. Weitere werden noch erwartet. Die Kinder brauchen Schule, die Kleinsten KiTa-Plätze und die Erwachsenen Zugang zum Arbeitsmarkt. Für alle steht aber erst mal Deutschlernen an.

Neben den Angeboten der VHS werden auch in unseren Räumen ehrenamtliche Angebote bereitgestellt. Im Gemeindehaus an der Martinskirche entsteht gerade ein Beratungszentrum für Geflüchtete, das ab 9. Mai montags von 9-12 Uhr geöffnet sein wird. Es ist eine Kooperation von verschiedenen sozialen Trägern und wird von Haupt- und Ehrenamtlichen gemeinsam betrieben werden.

Neben solchen Aktionen gilt es, auch darüber hinaus für die Geflüchteten da zu sein. Die ökumenischen Friedensandachten am Samstagabend bieten die Möglichkeit, Anteil zu nehmen an Fluchtgeschichten und mitzubeten für das, was die Menschen in der Ukraine verloren haben, sowie anlässlich des orthodoxen Osterfestes einen besonderen Segen zu sprechen. Montags treffen sich Bad Emser und Geflüchtete zur Mahnwache an der katholischen St. Martinskirche. Angesichts der vielen Toten und Verwundeten wird es auch einen Gottesdienst mit Fürbitten für im Krieg Getötete mit Verlesung der Namen geben. So hoffen wir, für die Menschen, die hier in Bad Ems Zuflucht suchen, ein wenig Trost und Beistand zu bieten. Unser Beratungszentrum trägt daher auf Ukrainisch den „Trost“ mit im Namen.

Ihre Pfarrerin Lieve Van den Ameele


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