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Gemeindeversammlung am 28. Januar

Gute Suppe und konstruktive Gespräche

"Es war eine faire und sachliche Zusammenkunft mit vielen anregenden Gedanken und Beispielen", lautete ein Votum zum Abschluss der diesjährigen Gemeindeversammlung.

Zu den Berichten im Newsletter für Februar

Vortrag von Pfarrerin Van den Ameele als PDF

Zusammenfassung der Gemeindeversammlung

Nach dem Gottesdienst zum „Schatz in irdenen Gefäßen“ (2 Korintherbrief 4,6-10) begrüßte Angelika Hille, die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, die Anwesenden zum Imbiss und der sich anschließenden Gemeindeversammlung. Die von „Hottes Stadl“ gekochte Gulaschsuppe fand guten Anklang und war ein gelungenes Entrée für den mit einem Danklied eingeleiteten Austausch zur Gemeindearbeit.

Pfarrerin Lieve Van den Ameele berichtete zur Jugendarbeit von dem Bemühen, die Lücke zwischen Taufe und Konfirmation mit jährlichen altersspezifischen Angeboten zu schließen: „Schon in Corona-Zeiten haben wir die KiGo-to-go-Taschen eingeführt. ... Die kommen gut an und sind in der Regel nach zwei Wochen weg. Am zweiten Wochenende im September haben wir ‚Turmdetektive‘ im Alter von 6-9 Jahren eingeladen, Geheimnisse in und um die Kirche zu entdecken. Am zweiten Adventswochenende waren dann die „Crazy-Angels“ im Alter von 10-13 Jahren dran mit einer Übernachtung in der Kirche. Beide Aktivitäten endeten mit der Beteiligung im Sonntagsgottesdienst. Es macht Mut zu sehen, dass Kinder sich noch begeistern lassen, bei der Kirche mitzumachen, auch wenn die Zahlen eher klein sind. Zusammen mit der katholischen Gemeinde ist ein Harry-Potter-Event in Vorbereitung. Unter dem Titel „Potter-Passion“ werden wir am Palmsonntag und Montag Harry-Potter-Filme schauen und uns auch mit dem Grundthema von Harry Potter befassen, dem Umgang mit Gut und Böse, unter anderem natürlich auch in einem Gottesdienst. In Planung ist das Wochenende vom 22. Juni, an dem Kindergartenkinder im Mittelpunkt stehen werden.“

Erwähnung fanden danach der Gemeinde-Mittagstisch und die Sprachkurse für Geflüchtete sowie die musikalische Bereicherung der Gottesdienste. Einen Wermutstropfen gibt es leider auch: Die Treffen der „Generation 60plus“ haben am 7. Februar ein zumindest vorläufiges Ende gefunden: „Leider sehen sich Erika Bargmann und Gisela van Nahl aus familiären Gründen nicht mehr in der Lage, den Senioren-Nachmittag zu gestalten. … Für das Kirchencafé nach dem Gottesdienst stehen die beiden weiterhin zur Verfügung, und es gibt auch weitere Damen, die im Zweifelsfall präsent sein können. Wir danken sehr herzlich für die liebevolle Gestaltung der Senioren-Treffen - sowohl was die Inhalte angeht wie auch die einladend gedeckten Tische. Ob und wann es ein Nachfolge-Angebot geben wird, ist derzeit nicht absehbar.“ 

Einen Wechsel hat es im Gemeindebüro gegeben, wo Jutta Metz Christina Metz abgelöst hat, und ebenso auch im Kirchenvorstand, wo Stefanie Klaes und Karl-Werner Köpper ausgeschieden sind und Christoph Westermayer und Valentina Bader nachgewählt wurden.

Die Bildung der kirchlichen Nachbarschaft Rhein-Lahn-Eck komme voran, berichtete Van den Ameele weiter, und skizzierte, dass für die beteiligten Gemeinden auch ein neuer Raumplan in Entwicklung sei: „Nach und nach wird sich unsere Gemeindelandschaft stark verändern. Bis 2025 werden im Dekanat sogenannte multiprofessionelle Verkündigungsteams gebildet, zu denen neben den Pfarrpersonen auch die Kirchenmusiker:innen und Gemeindepädagog:innen gehören. Bis 2026 muss die Nachbarschaft über ihre künftige Rechtsform beschließen. Falls bis dahin keine Entscheidung getroffen ist, werden die Gemeinden automatisch fusioniert. Zum Haushaltsjahr 2027 soll dann die Priorisierung der kirchlichen Gebäude umgesetzt werden. Es wird also Gebäude geben, für die es weiterhin Zuweisungen gibt, und solche, für die die Landeskirche weder Bauunterhaltung noch Bewirtschaftung übernimmt. Dann muss die Gemeinde aus Eigenmitteln finanzieren, auskömmlich vermieten, oder sich von Gebäuden trennen. Wie das konkret in Bad Ems aussehen wird, soll sich im Laufe des Jahres zeigen, wenn die Dekanatssynode eine entsprechende Entscheidung trifft.“

Zum Thema Gebäude schlossen sich Anmerkungen zur Zukunft der Kaiser-Wilhelm-Kirche („Primäres Ziel ist es zu erkunden, wie die Kirche erst einmal in einen stabilen Zustand gebracht werden kann, sodass neue Schäden möglichst verhindert werden können“) und der Kindertagesstätte an: „Das Haus entspricht insgesamt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Entscheidung über einen Umbau oder einen Neubau steht in Frage. Das Preisschild an der im vergangenen Jahr fertig gewordenen Machbarkeitsstudie für einen Umbau ist mit über drei Millionen Euro so hoch, dass die Landeskirche bereits mitgeteilt hat, dies nicht zu unterstützen, und auch die Gemeinde wäre mit dem Eigenanteil von 10 % finanziell überfordert.“

Die Finanzlage umriss die Vorsitzende als derzeit auskömmlich für knapp 3.000 Gemeindemitglieder, wies jedoch kritisch darauf hin, dass die Hälfte des Haushalts für Gebäude gebraucht werde.

Abschließend nahm sie ein Wort des Predigers Salomo („Mein Herz soll fröhlich sein von aller meiner Mühe“) auf und ermutigte, in all den Herausforderungen der Gemeindearbeit auch die freudigen Momente auszukosten und Schwerpunkte bei dem zu setzen, was in der Gemeinde Spaß macht.

Den vollständigen Bericht der Pfarrerin finden unsere Leserinnen und Leser auf der Gemeinde-Homepage.

Nach dem Bericht übernahm Heinz Schostok vom IPOS (Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung, Supervision und Konfliktberatung) der EKHN wie schon im letzten Jahr in bewährter Weise die Moderation und bat um Fragen und Ergänzungen zum Bericht der Pfarrerin. Wolfgang Michalke wies auf den Ökumenischen Arbeitskreis hin, der sich im Haus der Begegnung trifft, und auf den Arbeitskreis Mabira (Tansania). Auf seine eigene Frage zur Jugendarbeit im CVJM antwortete Jürgen Dötsch, dass auch dort der Nachwuchs fehle, weil junge Leute in größerer Zahl zur Ausbildung Bad Ems erst einmal verlassen.

Aus Gruppen und Kreisen berichtete unter anderen Gisela Petry, die um Verstärkung für den Besuchskreis warb, weil die vier noch darin Tätigen alle bereits selbst in dem Alter seien, besucht zu werden. Irene Schümann erzählte vom Deutsch-Angebot für Geflüchtete und dankte für die Bereitstellung von Raum und Ressourcen. Runfried Schuster wies noch einmal auf die Bedeutung der Kaiser-Wilhelm-Kirche in der Welterbe-Stadt hin und regte an, die Kirche als einen Ort der Meditation und Information zum Thema „Wasser“ zu nutzen.

Viel Anklang fand danach das kleine Wunschkonzert unter dem Motto: „Singt dem Herrn ein neues Lied“ mit hoffnungsfrohen Liedern, die von Dekanatskantor Ingo Thrun am Klavier begleitet wurden. Zum Abschluss bat Heinz Schostok die Anwesenden darum, kurz das aufzuschreiben, was sie mit nach Hause nehmen und auch das, was sie dem Kirchenvorstand mitgeben möchten. Sämtliche Voten sind auf den Folgeseiten dokumentiert.

Vor dem Nachhausegehen gab es Gebet und Segen mit auf den Weg von der Pfarrerin und Angelika Hille, und alle waren eingeladen, auf die Zukunft anzustoßen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die für das Hauswirtschaftliche gesorgt haben, allen voran Küsterin Marina Wolf.

Wilfried Steller


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